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Northrop Grumman RQ-4
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top
Die RQ-4 Global Hawk und die MQ-4 Triton sind zwei Varianten eines unbemannten Luftfahrzeugs (ugs. Drohne), das vom zum US-amerikanischen Konzern Northrop Grumman gehÜrenden Ryan Aeronautical Center, San Diego, Kalifornien produziert wird. Als hochfliegendes Langstrecken-Aufklärungsflugzeug ersetzte die zunächst entwickelte Version RQ-4B bei der United States Air Force (USAF) das Aufklärungsflugzeug U-2. Die NATO hat sich zur Gefechtsfeldaufklärung und -ßberwachung, hier Alliance Ground Surveillance (AGS) genannt, fßr diese Systeme entschieden.
FĂźr die Bundeswehr beschaffte Deutschland eine modifizierte RQ-4-Drohne namens Euro Hawk. AuĂerdem gab es bei der Bundeswehr â inzwischen eingestellte â Pläne fĂźr den Kauf von modifizierten MQ-4-Triton-Drohnen unter dem Namen Pegasus (Persistent German Airborne Surveillance System).cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]
Contents
⢠Beschreibung
⢠Varianten
⢠MQ-4C Triton
⢠RQ-4D Phoenix
⢠RQ-4E Euro Hawk
⢠Sonstiges
⢠Export
⢠Australien
⢠Deutschland
⢠Indien
⢠Japan
⢠Kanada
⢠Spanien
⢠Sßdkorea
⢠NATO
⢠Nutzer
⢠Technische Daten
⢠Zwischenfälle
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Beschreibung
Die RQ-4 ist ein hochfliegendes (fast 20 km HĂśhe), ausdauerndes (bis zu 40 Stunden) Aufklärungsflugzeug, das autonom und satellitengestĂźtzt weltweit Missionen fliegen kann (UAV: Unmanned (Uninhabited) Aerial Vehicle/Unbemanntes Luftfahrzeug). Das Fluggerät ist jedoch nicht im klassischen Sinne durch einen Joystick ferngesteuert, sondern es fliegt â nach dem Muster der FlugfĂźhrung in der modernen Verkehrsfliegerei â Start, Flugweg und Landung programmiert Ăźber Computer und damit automatisch ab. Der Pilot am Boden ist Ăźber Datenfunk, direkt und Ăźber Satellit, zu jeder Zeit mit den Systemen an Bord verbunden und kann wie ein Pilot an Bord Ănderungen bzw. Umsteuerungen vornehmen. Das Fluggerät nimmt am allgemeinen Luftverkehr teil (auch bei Start und Landung), hat die entsprechenden Systeme an Bord (Transponder, TCAS) und ist nach den Bauvorschriften fĂźr Verkehrsflugzeuge ausgelegt (Festigkeit, Flugsicherheit, Redundanzen, Ausfallsicherheit etc.). Der Pilot am Boden ist Ăźber ein Relais an Bord mit dem Flugfunk verbunden und kann z. B. jederzeit mit den Fluglotsen Kontakt aufnehmen oder von ihnen Anweisungen erhalten. Eine Videokamera am Bug liefert live eine Sicht auf den Flugweg (See and Avoid) an den Piloten am Boden. Notverfahren und Ausweichlandungen sind in den FlugfĂźhrungscomputern einprogrammiert und jederzeit manuell oder automatisch ausfĂźhrbar. Zum Sicherheitskonzept gehĂśrt es, dass bei Verlust der Verbindung zum Piloten das Flugzeug seinen vorgesehenen Kurs weiterfliegt und auch die Landung durchfĂźhrt. Bei Ausfällen am FlugfĂźhrungssystem geht das Flugzeug in vordefinierte Warteschleifen und ggf. vorgesehene Absturzräume bis zum Erhalt neuer FlugfĂźhrungsbefehle. Da die FlugfĂźhrung vierfach redundant ausgelegt ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ausfalles sehr gering.
Die Piloten fßr Start und Landung befinden sich in der Regel in einer Bodenstation am Start- und Landeplatz. Der Pilot kann während der Mission auch in (weltweit) abgesetzten Bodenstationen sitzen.
Ausgestattet mit hochauflĂśsenden CCD-Kameras fĂźr Tages- und Nachtsicht, die auch infrarotempfindlich sind, sowie mit allwettertauglichem Seitensichtradar, kann sie aus bis zu 20.000 Metern FlughĂśhe jedes hinreichend groĂe Objekt erkennen. In Kombination mit ihrer langen Flugdauer kann sie innerhalb von 24 Stunden ein Gebiet von der GrĂśĂe Griechenlands komplett aufklären. Northrop Grumman fĂźhrt seit Mitte 2011 Tests fĂźr eine autonome Luftbetankung der RQ-4 durch, um die EinsatzmĂśglichkeiten zu verbessern.
Um jederzeit die aktuelle Position bestimmen zu kĂśnnen, ist der Global Hawk mit den Ăźblichen Navigationssystemen und Differential-GPS ausgerĂźstet.
Angetrieben wird das Flugzeug durch ein Turbofan-Triebwerk mit einer AnsaugĂśffnung oberhalb des Rumpfes, dem Rolls-Royce AE 3007H, wie es auch in den Passagierflugzeugen der Embraer-ERJ-145-Familie Verwendung findet.
Zum System gehĂśren verschiedene Bodenstationen, das LRE (Launch and Recovery Element) und das MCE (Mission Control Element). Beide Stationen sind einzeln in NATO-Standard-Containern mit eigener Stromversorgung und Klimatisierung untergebracht:
⢠Das LRE enthält die Systeme fßr Start und Landung, die Steuerung des Fluggerätes im Fluge und den Arbeitsplatz des Piloten, es ist also quasi das Cockpit. Es muss zwingend im Bereich des Start- und/oder Landeplatzes sein, es hat nur auf ca. 250 km Reichweite mÜgliche Funk- und Richtfunkverbindung zum Fluggerät.
⢠Das MCE enthält die Systeme zur Steuerung des Missionssystems an Bord des Fluggerätes, zum Empfang und Auswertung der Daten an mehreren Arbeitsplätzen und Weiterleitung an den Nutzer. Zudem hat das MCE noch Platz und Ausrßstung fßr den Piloten, um das Fluggerät vom LRE nach der Startphase zu ßbernehmen und während des Fluges zu steuern bzw. nach Bedarf umzusteuern. Zum MCE gehÜrt eine Parabolantenne von etwa 6 Metern Durchmesser fßr die satellitengestßtzte Kommunikation und Datenßbertragung. Dadurch kann sich das MCE theoretisch und geschßtzt an jedem Punkt der Erde befinden.
Varianten
RQ-4A Global Hawk
Die RQ-4A ist die Initialversion der Global Hawk, welche auch unter der Bezeichnung Block 0 bzw. Block 10 gefĂźhrt werden. Der erste von sieben Prototypen (Block 0) absolvierte seinen Jungfernflug am 28. Februar 1998. Northrop Grumman entwickelte die Maschinen aufgrund des Programms Advanced Concept Technology Demonstration (ACTD), das von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) initiiert wurde. Ziel des ACTD-Programms war es, fĂźr die veralteten U-2 Spionageflugzeuge einen Ersatz zu entwickeln, der eine deutlich längere maximale Einsatzdauer hat. Des Weiteren sollte das neue Muster Echtzeit-Aufklärungskapazitäten zur VerfĂźgung stellen. Im Auswahlverfahren des ACTD-Programms setzte sich die Global Hawk 1999 gegen das Konkurrenzmodell RQ-3 Dark Star von Lockheed Martin durch. Der dritte Prototyp (Seriennummer 98-2003) stellte frĂźhzeitig die hohe Einsatzdauer unter Beweis, als dieser am 21. März 2001 einen 30 Stunden und 24 Minuten andauernden Flug absolvierte und damit einen neuen Weltrekord fĂźr UAVs erreichte. Dabei wurde auch â mit 19.928 m â ein neuer Weltrekord fĂźr die grĂśĂte FlughĂśhe fĂźr UAVs aufgestellt; dieser Rekord wurde am 23. August desselben Jahres vom Helios-Solarflugzeug der NASA eingestellt.
Die US-Luftwaffe (USAF) setzte die Global Hawk erstmals im Afghanistan-Krieg ein, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell in Dienst gestellt worden war. Dabei traten Probleme mit der Datenverbindung auf, welche die Einsatzfähigkeit minderten und immer wieder zu Beinaheabstßrzen fßhrten. Am 30. Dezember 2001 ging eine Maschine ßber Afghanistan verloren; eine zweite stßrzte am 10. Juli 2002 als Folge von Triebwerksproblemen ßber Pakistan ab.
Trotz der Verluste und technischen Schwierigkeiten stellte die RQ-4 die Vorteile der Echtzeitaufklärung unter Beweis. Da die deutlich kostengĂźnstigere RQ-1 Predator ebenfalls Echtzeitaufklärung liefern konnte bzw. kann und dort weniger technische Probleme auftraten, stand zeitweise ein Abbruch des ACTD-Programms im Raum. Da die Global Hawk aber eine hĂśhere Leistungsfähigkeit hat, besonders in den Bereichen Einsatzdauer und Flugleistungen, wurden schlieĂlich neun weitere Block-10-Maschinen bestellt, deren erste am 9. September 2003 ihren Erstflug hatte. Diese wurden allerdings in einer niedrigeren Produktionsgeschwindigkeit hergestellt, um technische Anpassungen zu vereinfachen und um Kosten zu sparen. Zwei der neuen Maschinen wurden der US-Marine Ăźbergeben, zwei weitere setzte die US-Luftwaffe im Irakkrieg ein. Dabei zeigte sich, dass die technischen Anpassungen die Zuverlässigkeit der Global Hawk verbessert haben. Allerdings wurde auch deutlich, dass das Potential des Musters mit der Block-10-Version nicht voll genutzt werden kann, da die Zuladung von 910 kg zu gering war. Um den Bedarf nach mehr und leistungsfähigeren Aufklärungssystemen zu decken, wĂźrde ein grĂśĂeres Muster benĂśtigt werden, was zur Entwicklung der RQ-4B Block 20 fĂźhrte.
Insgesamt sind 16 Global Hawks der Block-10-Version fßr die US-Luftwaffe hergestellt worden, welche offiziell erst am 26. Juli 2006 in Dienst gestellt wurden. Gleichzeitig wurden damit auch ihre finalen Spezifikationen festgelegt. Ursprßnglich war die Anschaffung von 59 Mustern der RQ-4A-Variante geplant, allerdings wurde frßhzeitig die Produktion auf die leistungsstärkere RQ-4B-Variante umgestellt. In Dienst gestellt wurden lediglich sieben RQ-4A-Maschinen.cite-ref-factsheets-3-0[3]
Im Dezember 2007 erhielt die NASA zwei RQ-4A Global Hawks zu Forschungszwecken von der US-Luftwaffe. Beide Muster, wobei es sich um die erste und sechste Maschine des ACTD-Programms handelte, sind auf dem Dryden Flight Research Center der Edwards Air Force Base stationiert. Später kam eine dritte Maschine dazu, die ebenfalls fĂźr wissenschaftliche Langzeit-Missionen in groĂen HĂśhen, wie der z. B. GloPac (Global Hawk Pacific) und WISPAR (Winter Storms and Pacific Atmospheric Rivers) von NASA und NOAA eingesetzt werden.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] Die sieben USAF-Exemplare wurden lediglich bis Mai 2011 betrieben und nach 2.141 Missionen und knapp 36.000 Flugstunden aus dem Flugbetrieb genommen. Mindestens fĂźnf Maschinen erhielt (Stand April 2012) die US Navy zur Vorbereitung ihres Broad Area Maritime Surveillance Demonstration (BAMS-D) Programms (siehe MQ-4C), von denen eine im Juni 2012 Ăźber Maryland abstĂźrzte.cite-ref-7[7] Auch erste Museen sollen Block-10-Exemplare erhalten.
KQ-X
Bei der KQ-X handelte es sich um das Projekt einer Tankerdrohne. Als Testmuster wurden zwei RQ-4A umgebaut, mit denen im Rahmen des KQ-X-Programms autonome Luftbetankungen erprobt werden.cite-ref-8[8] Das zu betankende Modell wurde mit einer Betankungssonde an der Rumpfspitze ausgestattet, während die andere als Tanker eingesetzte Drohne mit einem Schlauch-Fangtrichter-Betankungssystem abhängend von der Rumpfmitte ausgerßstet wurde. HÜhepunkt des Projekts waren Formationsflßge ohne Koppelung der Betankungseinrichtungen und wurden im August 2012 durchgefßhrt.cite-ref-9[9]
RQ-4B Global Hawk
Block 20
Die RQ-4B Global Hawk stellt eine weiterentwickelte und vergrĂśĂerte Variante der ursprĂźnglichen RQ-4A dar. Im Vergleich zur A-Version verfĂźgt sie Ăźber eine deutlich vergrĂśĂerte Spannweite, was die maximale Nutzlast auf 1.360 Kilogramm erhĂśht. Diese gesteigerte Tragfähigkeit ermĂśglicht den Einsatz leistungsfähigerer Aufklärungssysteme. Parallel wurde auch die Rumpflänge verlängert, um zusätzlichen Raum fĂźr Sensoren und Avioniksysteme zu schaffen.
Die vergrĂśĂerten Abmessungen fĂźhren jedoch zu einem leichten RĂźckgang der maximalen Reichweite im Vergleich zur ursprĂźnglichen Version. Die erste RQ-4B des sogenannten Block-20-Standards wurde am 25. August 2006 Ăśffentlich vorgestellt und absolvierte ihren Erstflug am 1. März 2007. Seit dem Jahr 2008 wird die Produktion der Global-Hawk-Flugzeuge ausschlieĂlich in der Block-20-Konfiguration fortgefĂźhrt.
Zwei der Maschinen wurden mit dem Funkrelaissystem BACN (Battlefield Airborne Communication Node) ausgestattet. Die erste der nunmehr als-EQ-4B flog am 14. Juli 2010 zum ersten Mal. Die Maschinen werden von Grand Forks aus kontrolliert.cite-ref-fr2011-11-10-0[10] Eine der beiden stĂźrzte allerdings bereits am 21. August 2011 Ăźber Afghanistan ab.cite-ref-11[11] Ursache fĂźr den Verlust war eine schadhafte Steckverbindung, die eine fĂźr die Flugsteuerung notwendige LRU (Line Replacement Unit) beschädigte und schlieĂlich zum Verlust der Steuerbarkeit des Flugzeugs fĂźhrte.cite-ref-12[12]
Bis Ende 2011 hatte die U.S. Air Force insgesamt sechs âRQ-4B Block 20â-Maschinen offiziell in Dienst gestellt, die hauptsächlich fĂźr die Ausbildung verwendet werden. Der Umbau zweier weiterer RQ-4B zu EQ-4B ist bestellt, auch die beiden restlichen kĂśnnten folgen.
Block 30
Die Block-30-Version verwendet die Flugzeugzelle der Block-20-Variante, weshalb die Maschinen sich äuĂerlich nicht unterscheiden lassen. Northrop Grumman begann mit den Arbeiten an der Block-30-Version im Juni 2006, noch bevor der erste Block-20-Prototyp vorgestellt wurde. Der Erstflug erfolgte am 16. November 2007. Primäre Neuerung gegenĂźber der Block-20-Version ist der Einbau der Upgrades Enhanced Imagery Sensor Suite (EISS) und Airborne Signals Intelligence Payload (ASIP) AN/ASQ-230 von Northrop Grumman, welches der Global Hawk ermĂśglicht, SIGINT-Aufgaben zu Ăźbernehmen, genau wie es beim Euro Hawk der Fall ist. UrsprĂźnglich wurde die erste Maschine der Version Block 30 fĂźr 2010 erwartet, infolge technischer Probleme vor allem mit dem ASIP wurden bis zum Sommer 2011 nur vier Vorserienprototypen hergestellt. Im Operational-Test-and-Evaluation-Report (OT&E) vom 27. Mai 2011 werden die Block-30-Prototypen als ineffizient bezeichnet, da sie bis dahin nur 27 % ihres geplanten Aufgabenspektrums erfĂźllen konnten.cite-ref-fg1-13-0[13] Deshalb wurde sogar kurzzeitig erwogen, auf die Block-30-Version komplett zu verzichten und stattdessen die Produktion direkt auf die Block-40-Variante umzustellen. Letztlich entschloss man sich im Juni 2011, anstatt vormals geplanten 44 nur noch 31 Exemplare zu beschaffen. Bis Mitte 2011 waren zwĂślf geliefert.cite-ref-fr2011-11-10-1[10] Von den 31 beschafften Exemplaren sollen 18 StĂźck gleich wieder eingemottet oder an ausländische Partner abgegeben werden.cite-ref-14[14] Im September 2012 waren 14 Exemplare ausgeliefert und 4 im Bau. Letztendlich wurde die StĂźckzahl doch noch etwas angehoben, auf 37 RQ-4B Block 30.cite-ref-15[15]
Block 40
Die erste offizielle Vorstellung der Block-40-Variante erfolgte am 25. Juni 2009 bei Northrop Grumman. Sie verfĂźgt Ăźber das neue AESA-Seitensichtradar MP-RTIP (Multi-Platform Radar Technology Insertion Program) AN/ZPY-2, mit dem auch hochauflĂśsende Radarkarten erstellt werden kĂśnnen.cite-ref-16[16] Sie ist an der langen Verkleidung unter dem Rumpf fĂźr die 1,20 Ă 0,45 m groĂe Antenne zu erkennen.
Der erste Prototyp der Version RQ-4B Block 40 absolvierte seinen Jungfernflug am 16. November 2009.cite-ref-17[17] Ursprßnglich bestellte die U.S. Air Force 22 Block-40-Maschinen, allerdings wurde die Zahl im Februar 2011 vorläufig auf 11 reduziert, um mit den freiwerdenden Finanzmitteln die Probleme bei der Block-30-Version beheben zu kÜnnen.cite-ref-fg1-13-1[13] Bis Mitte 2011 war ein Flugzeug geliefert, welches in Grand Forks stationiert wird. Der erste Testflug mit dem bereits in einem Perseus-Testflugzeug erprobten Radar erfolgte am 21. Juli 2011. Die Block-40-Baureihe war nicht vom Anfang 2012 erlassenen Programmstopp der Block 30 betroffen.
EQ-4B
Die USAF rĂźstete vier RQ-4B in die sogenannte Battlefield Airborne Communications Node (BACN) um. Das installierte System dient der Verbesserung der Kommunikation der Bodentruppen in gebirgigen Gegenden mit schlechten (Sprech-)Funkverbindungen.cite-ref-18[18]
MQ-4C Triton
Diese Variante wurde ursprĂźnglich als RQ-4N bezeichnet und im September 2010 in MQ-4C umbenannt.cite-ref-19[19] Bei ihr wird die Nutzlast auf 1450 kg (1090 kg extern) angehoben und die Maschine mit einer Multi-Sensor-AusrĂźstung (EO/IR-Kamera, SIGINT AN/ZLQ-1, AIS und MFAS X-Band Radar) ausgestattet.cite-ref-fr2011-11-10-2[10]
Die UrsprĂźnge der MQ-4C gehen auf TestflĂźge zurĂźck, welche die US-Marine mit zwei Block 10 Global Hawks der US-Luftwaffe durchgefĂźhrt hat. Die Maschinen trugen während der TestflĂźge die Bezeichnung N-1. Nachdem die grundsätzliche Eignung der RQ-4 fĂźr die SeeraumĂźberwachung bewiesen werden konnte, begann Northrop Grumman mit dem âGlobal Hawk Maritime Demonstrationâ-Programm (GHMD). Dieses diente zur Anpassung der Global Hawk ans âBAMSâ-Programm, wobei es sich um eine Neustrukturierung der Seeaufklärung der USA handelt, und wurde ab dem 28. März 2006 auf der Naval Air Station Patuxent River durchgefĂźhrt.
Am 28. April 2008 erhielt Northrop Grumman den Zuschlag im Programm Maritime Surveillance und wurde mit der Lieferung von 68 Maschinen fßr die US-Marine beauftragt. Der Vertrag zur MQ-4C, welcher erst im August 2008 geschlossen worden ist, umfasst ein Gesamtvolumen von 1,16 Mrd. US-$. Die RQ-4N hatte sich in dem dreijährigen Auswahlverfahren gegen die Konkurrenzmuster MQ-1C Sky Warrior und MQ-9N Mariner durchgesetzt und stellt zusammen mit der P-8 Poseidon das Grundelement des Maritime-Surveillance-Programms dar. Ausschlaggebend fßr die MQ-4C war ihre deutlich hÜhere Einsatzdauer gegenßber den Konkurrenzmodellen. Der 80-minßtige Erstflug fand am 22. Mai 2013 statt, bei dem sie eine HÜhe von 6100 m erreichte.cite-ref-20[20]
Die ersten Testflßge mit dem fßr den Triton geplanten und MFAS genannten Radar waren fßr den April 2015 geplant.cite-ref-21[21] Nach drei Flugversuchsexemplaren werden die ersten beiden Einsatzexemplare ab September 2017 in Patuxent River erwartet.cite-ref-22[22] Im Juni 2018 wurde die MQ-4 offiziell in Dienst gestelltcite-ref-23[23], die erste operative zweieinhalbjährige Stationierung erfolgte ab Anfang 2020 auf Guam und im September 2023 wurde die anfängliche Einsatzbereitschaft erklärt.cite-ref-24[24] Gleichzeitig wurde bekannt, dass die USA lediglich 27 Exemplare beschaffen werden.cite-ref-25[25]
Die erste MQ-4C-Staffel ist unbemannte Patrouillenstaffel VUP-19cite-ref-26[26] mit Heimatbasis auf der Naval Station in Mayport und vorgeschobener Einsatzbasis auf Guam. Später soll noch die VUP-15 in Whidbey Island folgen.
RQ-4D Phoenix
Die auf der RQ-4B Block 40 basierenden fĂźnf Exemplare fĂźr das Alliance Ground Surveillance der NATO erhielten die Bezeichnung RQ-4D.
Die RQ-4D sind mit einem MP-RTIP-Radar (Multi-Platform Radar Technology Insertion Program) ausgerßstet, das von Northrop Grumman und Raytheon entwickelt und in den Vereinigten Staaten erprobt wurde. Es ist ein sogenanntes Active Electronically Scanned Array Radar. Den Beschaffungsvertrag unterzeichnete die NATO mit dem Hersteller Northrop Grumman am 20. Mai 2012, der Erstflug erfolgte am 19. Dezember 2015cite-ref-27[27] und knapp fßnf Jahre später waren alle fßnf Luftfahrzeuge ausgeliefertcite-ref-28[28].
RQ-4E Euro Hawk
Bei der RQ-4E Euro Hawk handelt es sich um eine SIGINT-Variante der RQ-4B (Block 20) fĂźr die Bundeswehr, deren Sensorik von EADS stammt. Es war vorgesehen, dass die Drohne mit ihren Aufklärungs- und Ăberwachungsfähigkeiten das Flugzeugmuster Breguet 1150 M Atlantic in Deutschland ersetzt. Vor dem Hintergrund einer FähigkeitslĂźcke der Bundeswehr im Bereich der luftgestĂźtzten, weiträumigen Ăberwachung und elektronischen Aufklärung wurden die Planungsarbeiten im Januar 2000 bei der Friedrichshafener Dornier GmbH begonnen. Diese Gesellschaft war damals noch selbständig innerhalb der EADS.
Im Oktober 2001 wurde zwischen dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten und dem Bundesministerium der Verteidigung eine Vereinbarung mit dem Namen: âProject Agreement â High Altitude Long Endurance (HALE) Unmanned Aerial Vehicle (UAV) Concept of Operations, Sensor Integration and Flight Demonstration Projectâ unterzeichnet. Dieser Vertrag sollte die Basis fĂźr die Vorbereitung und DurchfĂźhrung der GLOBAL HAWK DemonstrationsflĂźge in Deutschland schaffen.cite-ref-adhoc2013-s7-29-0[29]
Eine grundlegende Anforderung in der vom Generalinspekteur der Bundeswehr im August 2002 unterzeichneten sogenannten Systemfähigkeitsforderung, einer Art Bedarfsanforderungskatalog war, dass sich das Aufklärungsgerät in die vorhandenen zivilen Luftraumstrukturen einordnen kĂśnnen muss. Zur Umsetzung dieser Systemfähigkeitsforderung wurde das Phasendokument âAbschlieĂende funktionale Forderungâ fĂźr das System Signalerfassungssystem zur weiträumigen Ăberwachung und Aufklärung (AF SLWĂA) erarbeitet.cite-ref-adhoc2013-s7-29-1[29]
Zum Jahresende 2002 fanden auf der US-amerikanischen Edwards Air Force Base (Kalifornien) erste Flugversuche statt, bei denen ELINT-Aufklärungssensoren der EADS aus Ulm an Bord einer RQ-4A Global Hawk getestet wurden â auch der Datenversand von der Drohne zu einer Bodenstation Ăźber Direktverbindung. Dieser Test gilt als Erstflug im Euro-Hawk-Programm.
Ab dem 21. Oktober 2003 fĂźhrten die US-Luftwaffe, die Bundeswehr und die Hersteller Northrop Grumman und Dornier/EADS TestflĂźge mit dem Prototyp 01 der RQ-4A und dem EADS-Sensor durch. Die Drohne war zuvor in einem 20-stĂźndigen Flug nonstop von der Edwards Air Force Base nach Nordholz geflogen und gelandet.cite-ref-adhoc2013-s7-29-2[29] Dort beim Marinefliegergeschwader 3 âGraf Zeppelinâ war die komplette, mobile Infrastruktur von Bodenstationen, LRE, MCE und eine Auswertestation von EADS aufgebaut, um Ăźber der Nordsee in knapp 19.000 m HĂśhe verschiedene Sensortests mit zeitgleicher Ăbertragung und Auswertung der gesammelten Daten an die Bodenstationen zu absolvieren. Die DatenĂźbertragung erfolgte Ăźber eine Direktverbindung; das Fluggerät war fĂźr die Steuersignale Ăźber das Satellitensystem Inmarsat mit der Bodenstation verbunden.
Ab Oktober 2004 wurden die fĂźr COMINT vorgesehenen Komponenten in einer Transall C-160 der WTD 61 in Manching erprobt.
Am 31. Januar 2007 vereinbarten das Bundesamt fĂźr Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) und die in Friedrichshafen ansässige EuroHawk GmbH als auftragnehmende Agentur und ein Joint-Venture-Unternehmen von Northrop Grumman und Cassidian (zu EADS) die Entwicklung, Erprobung und UnterstĂźtzung des UAS-Demonstrators (Full Scale Demonstrator) bis 2010 mit der Option fĂźr vier weitere Systeme von 2011 bis 2014 mit der EADS-SIGINT-AusrĂźstung. Der Auftrag hatte ein Volumen von 430 Mio. Euro, andere Quellen sprechen von 1,3 Mrd. Euro.cite-ref-30[30] Den Flugbetrieb sollte das Aufklärungsgeschwader 51 âImmelmannâ vom Fliegerhorst Schleswig durchfĂźhren.
Die RQ-4E sollte in Palmdale/Lancaster in Kalifornien in den Skunk Works gebaut und zur AusrĂźstung ohne SIGINT-System nach Deutschland geflogen werden, während die AusrĂźstung und Auswertestation bei EADS in Friedrichshafen entwickelt werden sollte. Die EndausrĂźstung, Erprobung und Ăbergabe an die Bundeswehr war am EADS-Standort Manching vorgesehen.
Am 21. Juli 2011 traf die erste Maschine zur EinrĂźstung der Aufklärungselektronik in Manching ein.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Ăber die Schwierigkeiten beim ĂberfĂźhrungsflug erfuhr die Ăffentlichkeit erst im Mai 2013. Die US-BehĂśrden hatten Ăberflugrechte Ăźber die USA verweigert. Die Drohne musste von der Edwards Air Force Base westwärts fliegen und Ăźber dem Pazifik nordwärts entlang der KĂźste in kanadisches Hoheitsgebiet fliegen. Ăber unbewohnten Gebieten wurde Kanada ostwärts Ăźberflogen Ăźber die Baffin Bay, GrĂśnland und den Atlantik. Nach dem Ăberfliegen der Nordsee ging es in Deutschland nach Manching. Während der ĂberfĂźhrung brach zweimal die Verbindung zwischen Bodenstation und Drohne kurzzeitig ab.cite-ref-36[36]
Im Mai 2011 wurde die Instandsetzungshalle, in welcher die erste Euro-Hawk-Drohne in Deutschland stationiert werden sollte, auf dem Fliegerhorst Schleswig bei Jagel fertiggestellt. Als Baukosten wurde von dem Gebäudemanagement Schleswig-Holstein eine Summe von 9,5 Millionen Euro genannt. In der lokalen Presse hieĂ es zu dem BaukĂśrper, dass er âsich durch seine geschwungene Form und den teilweise weinroten Anstrich deutlich von der sonst oft Ăźblichen Bundeswehr-Architektur abgrenztâ [âŚ].cite-ref-37[37] Am 12. Oktober 2011 wurde die Drohne (Full Scale Demonstrator) der deutschen Ăffentlichkeit vorgestellt.cite-ref-38[38] Am 11. Januar 2013 absolvierte die Drohne den ersten Testflug Ăźber Deutschland ohne Probleme.
Im Mai 2013 beendete Verteidigungsminister Thomas de Maizière das Euro-Hawk-Programm, da die FlugsicherheitsbehÜrde der EU die Drohne nur fßr den Flug ßber unbewohntem Gebiet zertifiziere und der Drohne ein fßr die zivile Luftfahrt zertifiziertes automatisches Antikollisionssystem fehle.cite-ref-39[39] Rechtlich mÜglich wäre nur eine militärische Zulassung.cite-ref-40[40] Mit einer Einzelfallgenehmigung durfte die Drohne zwecks Teilnahme an einem NATO-ManÜver 2014 mehrfach im deutschen Luftraum verkehren.cite-ref-41[41] Laut dem Hersteller Northrop Grumman sind Systeme zur Kollisionsvermeidung Bestandteil der von Deutschland bestellten Drohnen.cite-ref-42[42] Die nachträgliche Zertifizierung koste nach Schätzungen der Luftwaffe weitere 500 bis 600 Millionen Euro. Von politischer Seite her empfahl man, die ISIS-Aufklärungssensoren in einem anderen Flugzeugtyp einzusetzen.cite-ref-43[43] Dies erwies sich aber als unrealistisch, da fßr ein bemanntes Muster eine vÜllig andere Ausrßstung benÜtigt wßrde, was einer Neuentwicklung gleich käme und keine andere am Markt verfßgbare Drohne eine ausreichend hohe Tragkapazität und Ausdauer aufweist.
Der Bundesrechnungshof Ăźbte in seinem PrĂźfbericht im Juni 2013 deutliche Kritik daran, wie das Projekt Euro Hawk von hĂśheren Ebenen beaufsichtigt bzw. Ăźberwacht wurde. So heiĂt es dort: âDer Bundesrechnungshof sieht im Umgang mit den Projektrisiken ein folgenschweres Organisationsversagen. [âŚ] Neben dem Unterschätzen von Projektrisiken wirft der Projektverlauf daher die Frage auf, ob die fachliche FĂźhrung im Bundesamt und die Fachaufsicht im Bundesverteidigungsministerium so organisiert sind, dass frĂźhzeitig auf Projektrisiken reagiert werden kann. Obwohl die Projektstatusberichte der Projektleitung der Fachaufsicht vorlagen, nahm sie die sehr kritischen Bewertungen zum Projektverlauf und insbesondere zum Musterzulassungsprozess nicht zum Anlass, einzugreifen.[âŚ]âcite-ref-44[44]
Vor Vertragsschluss war das Zulassungsproblem bekannt. Trotzdem arbeitete die RĂźstungsabteilung von 2007 bis 2012 am Projekt weiter. Der PrĂźfbericht des Rechnungshofes dokumentiert die Statusberichte der RĂźstungsabteilung. Schon im Jahr 2007 vermerkt ein Statusbericht, dass der Euro-Hawk wegen der Zulassung fĂźr den zivilen Luftverkehr âkritischâ sei. Northrop Grumman stellte kaum Unterlagen fĂźr die Musterzulassung bereit. Trotz der Zulassungsfrage wurde der Projektstatus immer wieder mit dem grĂźnen Ampelsymbol versehen. Statt dem zuständigen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg die Probleme mitzuteilen, stockte man das Budget fĂźr das Projekt weiter auf. Ende 2010 war die Zulassung der Drohne 18 Monate im Verzug. Nach Berichten der RĂźstungsabteilung tauchten weitere Kostenrisiken auf â der Projektstatus wechselte zu âsehr kritischâ. Minister Guttenberg wusste, zumindest eigener Aussage nach, noch nicht von der prekären Situation. Als im März 2011 Thomas de Maizière Verteidigungsminister wurde, erfuhr er, wiederum eigener Aussage nach, von den Problemen beim Euro-Hawk-Projekt nichts. Erst am 8. Februar 2012 habe die Abteilung de Maizières Staatssekretäre StĂŠphane Beemelmans und RĂźdiger Wolf, ferner den Generalinspekteur der Bundeswehr, den Luftwaffeninspekteur und weitere FĂźhrungskräfte im Ministerium darĂźber informiert, dass man die Mehrkosten fĂźr die Zulassung fĂźr den Luftverkehr nun auf 600 Millionen Euro schätzte. Nun prĂźfe man, ob die Sensortechnik zur KommunikationsĂźberwachung am Boden in ein anderes Fluggerät einzubauen sei. Da dies keine Kosten reduziere, wurde der Minister im Mai 2013 informiert, dieser beendete das Projekt.cite-ref-45[45]
Die Oppositionsparteien im deutschen Bundestag kĂźndigten einen Untersuchungsausschuss zu der Affäre um die Euro Hawk an.cite-ref-46[46] Dieser konstituierte sich am 26. Juni 2013 und beendete seine Arbeit mit der Vorlage eines Abschlussberichtes am 26. August 2013. Die Mehrheit der Mitglieder im Untersuchungsausschuss von Seiten der Regierung sprach Thomas de Maizière von jeder Verantwortung frei. Die Beschaffung soll unter Integration mĂśglicher FrĂźhwarn-Mechanismen optimiert und das Controlling verbessert werden. Im gemeinsamen Sondervotum der Fraktionen SPD und GrĂźne wurden dagegen schwere Fehler auf allen Ebenen der Beschaffung und fehlende Information fĂźr BĂźrger und Bundestag festgestellt. Es bedĂźrfe eines personellen und strukturellen Neuanfangs bei der Beschaffung von RĂźstungsgĂźtern. Die Linke betonte in ihrem Sondervotum die Verzahnung zwischen Politik und RĂźstungsindustrie. Die RĂźstungsindustrie wĂźrde durch Haftungsbeschränkung von der Verantwortung befreit, so dass der Bund das Risiko trage. Wichtige Unterlagen der EuroHawk GmbH und Northrop Grumman wären als âVS-VERTRAULICHâ eingestuft. Sie durften in Ăśffentlichen Sitzungen des Untersuchungsausschusses und im Ausschussbericht nicht zitiert werden.cite-ref-47[47]
Im Oktober 2014 wurden Planungen einer Reaktivierung des Euro-Hawk-Programms bekannt, da ein Prßfbericht von KPMG dies empfahl.cite-ref-48[48] Eine von politischer Seite her erwogene bemannte Version erwies sich als unpraktikabel. Das ISIS-Aufklärungssystem konnte aufgrund des Gewichtes in keine andere Drohne eingebaut werden.
In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Fraktion BĂźndnis 90/Die GrĂźnen zu den Konsequenzen aus dem RĂźstungsprojekt âEuro Hawkâ wird im Oktober 2014 ausgefĂźhrt, dass die FähigkeitslĂźcke der Bundeswehr im Bereich der SLWĂA unverändert fortbesteht. Seitens des Bundesministeriums der Verteidigung wurde im Zuge des Untersuchungsausschusses angekĂźndigt, dass bis Oktober 2013 alle Tests des ISIS-Moduls abgeschlossen seien wĂźrden und auĂerdem bis Ende 2013 im Rahmen des neuen Verfahrens zur Bedarfsermittlung und Bedarfsdeckung mit Produkten und Dienstleistungen im Verteidigungsministerium (Customer Product Management (novelliert) â CPM (nov.)) eine Auswahlentscheidung Ăźber ein alternatives Trägersystem fĂźr das ISIS-Modul getroffen werden wĂźrde. Ein alternatives Trägersystem sei von entscheidender Bedeutung, um die FähigkeitslĂźcke zeitnah zu schlieĂen und um wenigstens die in das ISIS-Modul getätigten Investitionen nutzbar machen zu kĂśnnen.cite-ref-49[49]
Als Grundlage sollte nicht mehr die RQ-4B, sondern die MQ-4C Triton dienen. Fßr diese sollte ein beim Euro Hawk fehlendes Anti-Kollisions-System entwickelt werden, womit die Zulassung fßr den europäischen Luftraum mÜglich gewesen sein sollte.cite-ref-50[50] Am 28. Januar 2020 teilte das Verteidigungsministerium dem Bundestag mit, dass auch dieses Projekt beendet wird. Die fßr den Euro Hawk entwickelte Sensortechnik soll statt in ein unbemanntes Flugzeug nun in drei herkÜmmliche Flugzeuge vom Typ Global 6000 eingebaut werden.cite-ref-sp1-51-0[51]
Da das US-Militär Funkgeräte, Navigationsgeräte, FlugfĂźhrungscomputer und VerschlĂźsselungssysteme aus der Euro Hawk ausbaute und die Software deinstallierte, hielt das deutsche Verteidigungsministerium im Mai 2018 nur den Verkauf von Ersatzteilen, eine âmuseale Verwendungâ oder die Verschrottung fĂźr mĂśglich.cite-ref-52[52] Sie steht nun als MuseumsstĂźck in Berlin-Gatow.cite-ref-53[53]
Sonstiges
Zu Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 schickten die USA eine Global-Hawk-Drohne nach Japan, die Fotos und Wärmebilder von den explodierten Reaktorgebäuden 1â4 bzw. von deren nun sichtbarem Inneren machte und Radioaktivitätsmessungen vornahm. Die US Air Force teilte mit, die Drohne sei bereits nach dem Erdbeben in Haiti 2010 eingesetzt worden und auf dem US-LuftwaffenstĂźtzpunkt Guam im Pazifik stationiert.cite-ref-54[54]
Export
Australien
Australien Australien plante bereits in den 2000er-Jahren die Anschaffung von sieben MQ-4C, wobei diese zunächst geleast werden sollten. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags der ersten drei von nunmehr noch sechs geplanten MQ-4C erfolgte schlieĂlich erst 2018.cite-ref-55[55] Die Drohnen sind als Ergänzung fĂźr die P-8A Poseidon gedacht.cite-ref-56[56] Zwei Monate nach Bestellung des vierten Exemplars erfolgte der Erstflug der ersten Drohne im November 2023.cite-ref-57[57]
Sie werden auf der RAAF Base Tindal stationiert und ihre Einsätze von Edinburgh aus gesteuertcite-ref-58[58].
Deutschland
Deutschland Deutschland plante zunächst fĂźnf RQ-4E Euro Hawks fĂźr die Bundeswehr anzuschaffen, letztendlich wurde aber nur ein Prototyp gekauft (siehe oben). An Stelle der RQ-4E plante man anschlieĂend in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre drei Exemplare der moderneren Baureihe MQ-4C (Triton) zu beschaffen und mit den Sensoren der RQ-4E auszurĂźsten.cite-ref-0-59-0[59]cite-ref-1-60-0[60] Diese modifizierten MQ-4C-Triton-Drohnen wären unter der Bezeichnung âPegasusâ (fĂźr Persistent German Airborne Surveillance System) ab 2025 auf dem Fliegerhorst Schleswig stationiert worden.cite-ref-2-61-0[61] Am 28. Januar 2020 teilte das Verteidigungsministerium dem Bundestag mit, dass auch dieses Drohnen-Projekt beendet wurde.cite-ref-sp1-51-1[51]
Indien
Indien Indien: Die indische Marine hat Interesse an sechs bis acht StĂźck MQ-4C BAMS (Broad Area Maritime Surveillance) geäuĂert, um (ähnlich wie ursprĂźnglich Australien) diese als Ergänzung fĂźr die P-8I Poseidon zu nutzen.cite-ref-62[62]
Japan
Kanada
Kanada Kanada prĂźft die Anschaffung der MQ-4C als Ersatz fĂźr die CP-140 Aurora. Der Hersteller Northrop Grumman verkĂźndete Ende Mai 2012 ein Joint Venture mit dem Unternehmen L3 MAS zur Entwicklung eines âPolar Hawkâ zur Ăberwachung der kanadischen Arktisregion. Auf Basis der RQ-4B Block 30 kĂśnnte diese Variante mit unveränderten Sensoren, jedoch verbesserter Satellitenkommunikation sowie zusätzlich Tragflächen- und Triebwerksenteisungssystemen ausgerĂźstet werden.
Spanien
SĂźdkorea
Korea Sud Sßdkorea fragte im Juni 2011 die Beschaffung von vier Stßck RQ-4B Block 30 in den USA an; angesichts des hohen Preises beendete Korea die Beschaffungsabsicht Anfang 2012, nachdem der Preis von anfänglich 340 Millionen Euro auf 695 Millionen Euro (November 2011) gestiegen war.cite-ref-64[64] Am 21. Dezember 2012 wiederum informierte die DSCA den US-Kongress ßber einen geplanten Export von vier Stßck RQ-4 Block 30 (I) Global Hawk an Korea zum Systempreis von 930 Millionen Euro inklusive Service & Logistik.cite-ref-65[65] Der Vertrag wurde Ende 2014 unterzeichnetcite-ref-66[66] und die Auslieferung erfolgte 2019/2020cite-ref-67[67].
NATO
Die NATO NATO beschloss im Rahmen ihres Alliance Ground Surveillance-Programms die Beschaffung von fßnf RQ-4B Block 40. Fßnfzehn Staaten beteiligen sich an der Finanzierung (Bulgarien, Deutschland, Estland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, die USA und inzwischen auch Polen und Dänemark). Nachdem bisher Kanada und Dänemark aus der Beschaffung absprangen, sollte sich der deutsche Beitrag erhÜhen.cite-ref-68[68] Frankreich und das Vereinigte KÜnigreich planten analog dem AWACS-Programm eigene Aufklärungsmittel zu beschaffen.
Nutzer
Die folgenden Informationen entsprechen teilweise noch dem Planungsstand Sommer 2010 fßr die zukßnftigen Stationierungsplätze.
Australien Australien
⢠RAAF Base Edinburgh, Haupteinsatzbasis, geplant ab 2023, MQ-4C
⢠RAAF Base Tindal, vorgeschobene Einsatzbasis
Japan Japan
⢠Misawa Air Base, Haupteinsatzbasis, seit März 2022cite-ref-69[69], RQ-4B Block 30i
NATO NATO
⢠Base Aerea di Sigonella (Sizilien), seit Ende 2019cite-ref-70[70], RQ-4D (Alliance Ground Surveillance)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Die US-amerikanischen Maschinen von US Air Force und US Navy werden, um Kosten zu senken, teilweise gemeinsam gewartet, stationiert und eingesetzt.
Neben den beiden vorgeschobenen permanenten Einsatzbasen auf Guam und Sizilien existiert ein drittes Detachment fßr den Bereich United States Central Command an einem nicht näher genannten Ort.
Die NASA betreibt zwei Exemplare durch das Dryden Flight Research Center, welches sich ebenfalls auf dem Gelände der Edwards AFB befindet.
⢠Militärflugplatz Al Dhafra, Abu Dhabi, seit Oktober 2010 zunächst RQ-4B und später EQ-4B, 380th Air Expeditionary Wingcite-ref-71[71] und ab vorauss. 2019/20, MQ-4C, fßr den Bereich United States Central Commandcite-ref-72[72]
⢠Andersen Air Force Base, Guam, seit September 2010 RQ-4B der 4th Reconnaissance Squadron (seit 2020, zuvor Detachments) und zusätzlich seit Anfang 2020 MQ-4C des 1. âOrbitsâ der VUP-19 (fĂźr den Bereich United States Pacific Command)
⢠Beale Air Force Base, Kalifornien, seit Ende der 1990er-Jahre, bis 2013 erste Einsatzbasis mit RQ-4A/B der 12th Reconnaissance Squadron inklusive Wartungsstaffel und Trainingszentrum; seit 2005 zusätzlich Standort der 13th Reconnaissance Squadro MQ-4C Detachment der VUP-19, einer Reserveeinheit, die auch fßr Ausbildung zuständig ist
⢠Edwards Air Force Base, Kalifornien, seit den 1990er-Jahren, RQ-4A/B/E (53rd Wing mit der 31st Test and Evaluation Squadron)
⢠Grand Forks Air Force Base, North Dakota, seit Juni 2011, RQ-4B der 348th und zusätzlich 2013 der 12th Reconnaissance Squadron
⢠Naval Air Station Jacksonville, Florida, seit 2016 MQ-4C Einsatzzentrale, betrieben von der Unmanned Patrol Squadron (VUP) 19
⢠Naval Station Mayport, Florida, seit 2021 MQ-4C Detachment der VUP-19
⢠Naval Air Station Patuxent River, Maryland, MQ-4C (Erprobung bei der Patrol and Reconnaissance Wing 2, Task Force 57)
⢠Naval Air Station Sigonella, Sizilien, seit 2015 RQ-4B der 7th Reconnaissance Squadron und zusätzlich seit 2024 MQ-4C des 2. âOrbitsâ der VUP-19cite-ref-73[73] (fĂźr die Bereiche United States European Command und United States Africa Command, siehe auch unten bei NATO)
⢠Naval Base Ventura County, Kalifornien, seit 2017, MQ-4C Detachment, dient insbesondere als Wartungszentrum der Navy
⢠Naval Air Station Whidbey Island, Washington, seit 2025 zweite MQ-4C Einsatzzentrale der Navy, betrieben von der Unmanned Patrol Squadron (VUP) 11cite-ref-74[74]
Technische Daten
| KenngrĂśĂe | Daten der RQ-4A [ 3 ] [ 75 ] | Daten der RQ-4B [ 3 ] [ 75 ] |
|---|---|---|
| Typ | Unbemannter hochfliegender Langstreckenaufklärer | Unbemannter hochfliegender Langstreckenaufklärer |
| Länge | 13,53 m | 14,50 m |
| Spannweite | 35,42 m | 39,89 m |
| Flßgelfläche | 50,10 m² | k. A. |
| FlĂźgelstreckung | 25,04 | k. A. |
| Tragflächenbelastung | 83 bis 232 kg/m² | k. A. |
| HĂśhe | 4,63 m | 4,63 m |
| Leermasse | 5.148 kg | 6.781 kg |
| max. Startmasse | 12.133 kg | 14.628 kg |
| Treibstoffkapazität | 6.985 l | 7.847 l |
| HĂśchstgeschwindigkeit | 644 km/h (auf optimaler HĂśhe) | 637 km/h (auf optimaler HĂśhe) |
| DienstgipfelhĂśhe | 19.811 m | 19.811 m |
| Einsatzradius | ca. 5500 km bei 24-stĂźndigem Aufenthalt im Zielgebiet | k. A. |
| max. Flugdauer | 36 h | k. A. |
| ĂberfĂźhrungsreichweite | 25.015 km | 22.780 km |
| Zuladung Aufklärungssysteme | 907 kg | 1.360 kg |
| Triebwerk | ein Rolls-Royce F137-RR-100 - Mantelstromtriebwerk | ein Rolls-Royce F137-RR-100 - Mantelstromtriebwerk |
| Schubkraft | 36,8 kN | 36,8 kN |
Zwischenfälle
Von den ersten sieben Global Hawk gingen drei Drohnen verloren:cite-ref-wtd61-gh-demo-2003-76-0[76]
⢠Der zweite Prototyp (S/N 2) stßrzte am 29. März 1999 auf einem Erprobungsflug ab, nachdem er fälschlicherweise von einer Bodenstation den Befehl zum Missionsabbruch erhalten hatte. Die Drohne ging ins Flachtrudeln ßber und konnte auch nach dem Ablassen von Treibstoff nicht mehr in einen kontrollierten Flugzustand gebracht werden. Sie schlug auf dem Gelände des China Lake Naval Weapons Center auf. Als Unfallursache wurde menschliches Versagen festgelegt.cite-ref-fas-19991223-77-0[77]cite-ref-crash-youtube-78-0[78]
⢠Der fĂźnfte Prototyp (S/N 5) stĂźrzte am 30. Dezember 2001 auf einem Flug in Afghanistan ab, weil die Steuergestänge fĂźr das V-Leitwerk nicht ordnungsgemäà angeschlossen waren. Als Unfallursache wurden wieder menschliches Versagen sowie ein âunzulängliches PrĂźfkonzeptâ festgelegt.cite-ref-wtd61-gh-demo-2003-76-1[76]
⢠Global Hawk S/N 4 erlitt am 11. Juli 2002 einen Triebwerksschaden, da mehrere Schaufeln im Triebwerk gebrochen waren. Die Drohne konnte mit der verbleibenden Leistung noch zwei Stunden lang in der Luft gehalten werden und kollidierte bei der in der Zwischenzeit vorbereiteten Notlandung mit einer Sanddßne.cite-ref-wtd61-gh-demo-2003-76-2[76]
DarĂźber hinaus kam es noch zu einem weiteren Zwischenfall mit der Seriennummer 7 am 3. Juni 2003, bei der die Drohne allerdings nach einem Triebwerksausfall sicher auf der Edwards AFB gelandet werden konnte.cite-ref-wtd61-gh-demo-2003-76-3[76]
⢠Eine Drohne der U.S. Air Force verunglßckte am 26. Juni 2018 nahe der spanischen Kßste aufgrund eines Triebwerk-Ausfalles. Sie befand sich auf einem Transatlantikflug.cite-ref-grandforksherald-79-0[79]
⢠Am 20. Juni 2019 wurde eine RQ-4A BAMS-D (frĂźhere Meldungen gingen fälschlicherweise von einer MQ-4C Triton aus) der US-Navy vor der KĂźste Irans von dessen Revolutionsgarden abgeschossen.cite-ref-80[80]cite-ref-81[81] Nach iranischen Angaben hatte sich das Fluggerät innerhalb, nach US-amerikanischen Angaben auĂerhalb des iranischen Luftraums befunden.cite-ref-82[82] Dies sorgte zusätzlich fĂźr Spannungen im Golf von Oman.
⢠Am 6. August 2021 stßrzte eine unbewaffnete Drohne der U.S. Air Force nahe der Grand Forks Air Force Base in North Dakota, USAcite-ref-grandforksherald-79-1[79] ab.
Literatur
⢠J. Chris Naftel: NASA Global Hawk: Project Overview and Future Plans. 34th International Symposium on Remote Sensing of Environment, Sydney 2011 (englisch, PDF; 103 kB).
Weblinks
Commons
: Northrop Grumman RQ-4 Global Hawk
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Seite des Herstellers
⢠Concept of Operations / Einsatzbeschreibung
⢠Gesamtsystem mit Darstellung LRE und MCE
⢠Weitere Informationen auf der Homepage der deutschen Luftwaffe
⢠NASA Global Hawk 360
⢠Drohnen fßr die Klimaforschung
Einzelnachweise
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cite-note-66. â NOAA Studies Atmospheric âRiversâ Using Unmanned Aircraft (Memento vom 10. September 2011 im Internet Archive), noaa.gov, abgerufen am 15. August 2011 (englisch).
cite-note-77. â U.S. Navy UAV Crashes in Maryland (Memento vom 21. Januar 2013 im Webarchiv archive.today), defensenews.com, abgerufen am 11. Juni 2012 (englisch).
cite-note-88. â Northrop Grumman Corporation: https://www.facebook.com/video/video.php?v=207116569298500&oid=90319605974&comments. In: Facebook. Meta Platforms, abgerufen am 9. September 2025 (englisch).
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cite-note-2828. â NATO receives fifth and final Phoenix AGS UAV. Janes, 12. November 2020.
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cite-note-3131. â Erster Euro Hawk in Palmdale vorgestellt. Flug Revue, 9. Oktober 2009, abgerufen am 21. März 2011.
cite-note-3232. â Euro Hawk unveiled in USA. Global, 9. Oktober 2009, abgerufen am 21. März 2011 (englisch).
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cite-note-3434. â Euro Hawk kommt nach Manching. In: Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 21. Juli 2011.
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